Organisation der Übungen

Die Durchführung von Übungen ist ein wichtiger Aspekt einer effizienten Noteinsatzplanung. Die Übungen entsprechen einem echten Bedarf der in das Krisenmanagement eingebundenen Behörden, die auf diese Weise ihren jeweiligen Noteinsatzplan, aber auch die damit verbundenen Verfahren testen können.
Seveso-Übung

Zudem ermöglichen diese Übungen den teilnehmenden Instanzen, zu trainieren und sich mit den ausgearbeiteten Verfahren vertraut zu machen. Nur durch wiederholtes Üben können die Teilnehmer sich eine "Routine" aneignen, sodass weniger Stress entsteht.

Eine Übung läuft in drei Schritten ab: zunächst eine aufwändige Vorbereitung, dann die eigentliche Übung und schließlich eine Auswertung. Der letzte Schritt wird zu oft aus Zeitmangel abgekürzt. Doch die gründliche Auswertung einer Übung und die schriftliche Erfassung der vorzunehmenden Handlungen im Hinblick auf eine Verbesserung der festgestellten Schwachstellen zählen zu den Herausforderungen einer Übung.

Organisation einer Übung in Bezug auf einen Noteinsatzplan

Auch wenn die Modalitäten zur Organisation einer Übung je nach zuständiger Behörde variieren können, so besteht doch ein Konsens über folgende Schritte:

  • Beschreibung der Ziele und der praktischen Modalitäten (d.h. Festlegung des "Scope" einer Übung, also Art der Übung, Zeitraum, Teilnehmer usw.),
  • Einrichtung eines mit der Überwachung der Durchführung der Übung betrauten Leitungskomitees (bzw. Lenkungsausschusses),
  • Bestimmung eines Teams zur Ausarbeitung des Übungsszenarios gemäß den festgelegten Zielen,
  • Vorbereitung einer Übungsvereinbarung (= Leitfaden, in dem die Spielregeln der Übung klar erläutert sind).

Im Anschluss an die eigentliche Übung erfolgt eine Auswertung. Diese muss auf alle Zielsetzungen, Aspekte und Wechselwirkungen der Übung eingehen. Daraufhin wird neben einem Auswertungsbericht ein Aktionsplan erstellt, aus dem hervorgeht, welche Verbesserungen von wem binnen welchen Fristen vorzunehmen sind.

Gesetzliche Verpflichtungen

Übungen sind neben Ausbildungen eine unverzichtbare Ergänzung, mit der die betreffenden Akteure in die Lage versetzt werden, ihre Aufträge erfolgreich auszuführen. Aus diesem Grund sind die Gemeinden und Provinzen gemäß dem KE vom 16.02.2006 über die Noteinsatzpläne beauftragt, Übungen für potenzielle Notsituationen, die sich in ihrem Zuständigkeitsgebiet ereignen können, zu organisieren.

Daneben gibt es mehrere spezifische Vorschriften, die eine regelmäßige Durchführung von Übungen auferlegen. Dies gilt beispielsweise für Seveso-Betriebe und kerntechnische Anlagen.

Im Noteinsatzplan für nukleare und radiologische Risiken für das belgische Staatsgebiet ist festgelegt, dass für die Kernkraftwerke von Doel und Tihange jedes Jahr eine Übung durchgeführt wird. Für die anderen Anlagen, auf die der Plan Anwendung findet (das Studienzentrum für Kernenergie, Belgoprocess und Belgonucléaire in der Region Mol-Dessel sowie das Institut für Radioelemente in Fleurus), wird alle zwei Jahre eine Übung durchgeführt. Alle drei Jahre wird eine Übung größeren Ausmaßes organisiert, im Prinzip unter Einbeziehung aller betroffenen Disziplinen und Behörden.