Nukleares-Risiko

Alerte à la population
Planification d'urgence
2003 ist ein überarbeiteter nationaler Noteinsatzplan für nukleare und radiologische Risiken für das belgische Staatsgebiet veröffentlicht worden (KE 17.10.2003). Dabei sind nicht nur Erfahrungen, die bei nationalen und internationalen Übungen gemacht wurden, sondern auch institutionelle Änderungen wie die Einrichtung der Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANK) berücksichtigt worden.
Kernkraftanlag (C)Belga

Bei einem nuklearen Zwischenfall kann es zu einer Freisetzung radioaktiver Stoffe kommen. Eine solche Notsituation kann eine externe Bestrahlung oder gar eine interne Kontamination verursachen. Vor allem Letzteres ist auf jeden Fall zu vermeiden.

Die nachstehend beschriebenen Maßnahmen sind vor allem präventiver Art. Sie können angewendet werden bzw. ihre Anwendung kann zumindest vorbereitet werden, bevor es zu einer tatsächlichen Freisetzung kommt, z.B. im Fall einer drohenden Freisetzung.

 

Drei Empfehlungen

 

1. Maßnahmen in Sachen Lebensmittelkette

Um einer internen Kontamination vorzubeugen, werden in den meisten Unfallszenarien Maßnahmen für die Landwirtschaft und die Viehzucht getroffen. Auf diesem Weg können die freigesetzten radioaktiven Stoffe nämlich in die Lebensmittelkette gelangen und so eine interne Kontamination beim Menschen hervorrufen.

 

2. Aufforderung zum Aufenthalt in geschlossenen Räumen

Um einer Exposition infolge einer eventuellen Freisetzung radioaktiver Stoffe vorzubeugen und auf diese Weise eine externe Bestrahlung und Kontamination bestmöglich zu reduzieren, wird dringend empfohlen, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Das bedeutet, dass sich die Betroffenen vorzugsweise in einen zentral gelegenen Raum des Gebäudes begeben und Fenster und Türen geschlossen halten sollten.

Dies ist die beste Methode, um sich vor den Risiken einer Bestrahlung und Kontamination durch radioaktive Stoffe zu schützen.

 

3. Jodtabletten

Bei einem nuklearen Zwischenfall kann auch radioaktives Jod freigesetzt werden (Achtung: Jod ist nur einer der möglichen Bestandteile). Der menschliche Körper nimmt aktiv Jod auf. Dabei macht er aber keinen Unterschied zwischen natürlichem (gesundem) Jod und radioaktivem Jod. Im Fall eines nuklearen Zwischenfalls können die Behörden entscheiden, dass stabiles (gesundes) Jod einzunehmen ist. Auf diese Weise wird die Schilddrüse mit stabilem Jod (ca. das Tausendfache der Dosis, die der Körper jeden Tag benötigt) gesättigt, sodass sie kein (radioaktives) Jod mehr aufnimmt.

Die Wirkung dieser Maßnahme ist stark vom Zeitpunkt der Einnahme abhängig. Nehmen Sie die Tabletten nur ein, wenn die Behörden dazu raten. Stabiles Jod stellt natürlich keinen absoluten Schutz dar (nur gegen radioaktives Jod). Daher sollten Sie der Aufforderung zum Aufenthalt in geschlossenen Räumen stets Folge leisten!

Die Dosis wird in Form von Tabletten verabreicht und ist je nach Alter unterschiedlich. Je jünger eine Person ist, desto wichtiger ist es, sich gegen die negativen Auswirkungen des radioaktiven Jods zu schützen.

In den Noteinsatzplanungszonen im Umkreis von Kernkraftanlagen (z.B. 20 km im Fall von Kernkraftwerken) werden Jodtabletten im Voraus verteilt. Gegen Bezahlung sind solche Tabletten auch in Apotheken (ohne Rezept) erhältlich, und zwar nicht nur in den Noteinsatzplanungszonen, sondern im ganzen Land.

Im März 2011 hat das Krisenzentrum eine landesweite Informationskampagne zur Vorbeugung in Sachen nukleares Risiko geführt. In diesem Rahmen ist eine spezifische Website eingerichtet worden, auf der alle nützlichen Informationen zum Thema nukleares Risiko (Was ist ein nukleares Risiko?, Was können Sie tun?, Was tun die Behörden? usw.) zu finden sind: www.nuklearrisiko.be.